Fliegende Universität - Veranstaltungsreihe
Ort: Kaffee Burger, Torstraße 60, 10119 Berlin (Mitte), Nähe U-Bhf. Rosa-Luxemburg-Platz

2005

"Fliegende Universität" am Beispiel Polens - Möglichkeiten gesellschaftlicher Selbstorganisation (Auftaktveranstaltung)
Referentin: Andrea Genest (Politologin)
Termin: 28.09.2005, 20:00 Uhr

"Hannah Arendts Totalitarismustheorie, deren Gebrauch und Mißbrauch in der politischen Auseinandersetzung"
Referent: Dr. Lars Rensmann
Termin: Mittwoch, 02. 11.2005, 20:00 Uhr

"Wider die herrschende Leere" - Alternativen zur herrschenden Wirtschaftspolitik
Referent: Wolfgang Kessler (Chefredakteur der Zeitschrift "Publik-Forum")
Termin: Donnerstag, 01.12.2005, 20:00 Uhr
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2006

"Das Verständnis von Arbeit- gestern, heute und morgen. Im Wandel der Deutung von Arbeit und Muße, Chancen einer Neubewertung und Neuorganisierung von Erwerbstätigkeit."
Referent: Edelbert Richter (Theologe und Philosoph, Weimar)
Termin: Mittwoch, 25. Januar 2006, 20 Uhr
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"DER POLITISCHE FILM" - "Die Geheimpolizei des III. Reiches - die GESTAPO"
Termin: Mittwoch, 8. Februar 2006, 20.00 Uhr
Eintritt frei

"Die Zukunft der NICHTARBEIT"
Referent : Dr. Wolfgang Engler (Autor, Berlin)
Termin: Donnerstag, 23. 02. 2006, 20.00 Uhr
--> zum Nachlesen

"DER POLITISCHE FILM" - "Geschichte der Black Panther Party" , ihre Zerschlagung durch FBI und CIA mit Mitteln des polit. Mordes, falscher Anschuldigungen durch die Justiz, Drogen und psychologischen Zersetzungsprogrammen."
Termin: Mittwoch, 15. März 2006, 20.00 Uhr
Eintritt frei

"Die Strippenzieher in Europa"
Referent: Dr. Werner Rügemer (Autor und Publizist, Köln - www.werner-ruegemer.de)
Termin: Mittwoch, 29. 03. 2006, 20.00 Uhr
--> zum Nachlesen

"DER POLITISCHE FILM" - "Lumumba - eine afrikanische Tragödie" , aus der Reihe politische Morde im 20. Jahrhundert.
Termin: Mittwoch, 12. April 2006, 20.00 Uhr
Eintritt frei

"Die Strippenzieher in Deutschland"
Referent: Dr. phil. Dieter Plehwe, Politologe, Wissenschaftszentrum Berlin (WZB)
Termin: Mittwoch, 26. April 2006, 20.00 Uhr
--> zum Nachlesen

"DER POLITISCHE FILM" - " Germany made in USA " zur Gründungsgeschichte der BRD und die Rolle der CIA
Termin : Mittwoch, 17. Mai 2006, 20:00 Uhr
Eintritt frei
"Das Atomprogramm des Iran - Anlaß für einen neuen Krieg?"
Referent: Otfried Nassauer, Berliner Institut für Transatlantische Sicherheit (BITS)
Termin: Mittwoch, 7. Juni 2006, 20.00 Uhr

"DER POLITISCHE FILM" - "Des Wahnsinns letzter Schrei" - BRD, 2005, Dokumentarfilm, 60 min, Buch/Regie: Tanja v. Dahlern und Bärbel Schönafinger
Termin: Mittwoch, 13. September 2006, 20.00 Uhr
"Leukämiefälle und Miniatomwaffen in Norddeutschland?"
Referent: Dr. Sebastian Pflugbeil, Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz
Termin: Mittwoch, 27. September 2006, 20.00 Uhr
"DER POLITISCHE FILM" - "EIN TRAUM VON HEIMAT - MEIN LAND ZION" - ein Film von Yulie Cohen Gerstel, Versuch einer Annäherung zwischen Israel und Palästina
Termin: Mittwoch, 11. Oktober 2006, 20 Uhr
10. Fliegende Universität
"Was treiben wir Deutschen in Afrika? Der Kongo-Einsatz der Bundeswehr."
Referent: Christopher Steinmetz (Politologe)
Termin: Mittwoch, 25. Oktober 2006, 20:00 Uhr
11. Fliegende Universität
"Strippenzieher in den Medien"
Referentin: Dr. Christiane Leidinger (Politologin)
Termin: Mittwoch, 22. Novemer 2006, 20:00 Uhr
"DER POLITISCHE FILM" - "DER REBELL" - Jan Peter, 2005, Porträt eines Neonazis, Terroristen und inoffiziellen Mitarbeiters der DDR - Staatssicherheit, Mitarbeiter von palestinensischen Befreiungsorganisationen
Termin: Mittwoch, 06. Dezember 2006, 20 Uhr
12. Fliegende Universität
"Die Auswirkungen geheimdienstlicher Tätigkeit auf die politische Arbeit oppositioneller Gruppen am Beispiel der DDR-Opposition"
Referent: Reinhard Schult (NEUES FORUM Berlin)
Termin: Mittwoch, 20. Dezemer 2006, 19:00 Uhr
2007
"DER POLITISCHE FILM" - "TOD IN ROM - DER FALL ALDO MORO"; Autoren: Michael Busse u. Maria-Rosa Bobbi
Termin: Mittwoch, 17. Januar 2007, 20 Uhr
13. Fliegende Universität
„Die Freiheit im Visier. Der Einfluss von Geheimdiensten auf oppositionelle Gruppierungen und die Medien“
Referent: Erich Schmidt-Eenboom, Forschungsinstitut für Friedenspolitik (Weilheim)
Termin: Mittwoch, 24. Januar 2007, 19:00 Uhr
"DER POLITISCHE FILM" - "the Corporation", Dokumentarfilm von Mark Achbar, Jennifer Abbott, J. Bakan,
Kanada 2004, 145 min, OmU)
Termin: Mittwoch, 14. Februar 2007, 20 Uhr

The Corporation stellt die Frage nach der geistigen Gesundheit einer Institution, die im Geschäftsverkehr die Rechte eines Menschen genießt, ohne sich um die menschlichen Werte zu kümmern. Der Film führt den psychopathischen Charakter der Institution "Großkonzern" anhand von haarsträubenden Fallstudien vor.
Sie zeigen, wie Unternehmen uns beeinflussen, unsere Umwelt, unsere Kinder, unsere Gesundheit, wie sie Medien und Demokratie manipulieren.
Unter den 40 Interviewten sind Konzernchefs und Manager aus allen Wirtschaftsbereichen: Öl- und Pharmaindustrie, Reifenherstellung, Schwerindustrie, PR, Werbung, verdecktes Marketing ...
THE CORPORATION wurde mit 31 internationalen Preisen ausgezeichnet!
14. Fliegende Universität
"Rosa Luxemburg - ein anderes Demokratiekonzept"
Referent: Jörn Schütrumpf, Historiker, Berlin
Termin: Mittwoch, 21. Februar 2007, 20:00 Uhr
"DER POLITISCHE FILM" - "In fremden Diensten: Deutsche Legionäre im Indochinakrieg", Dokumentation von Marc Eberle, 45 min
Termin: Montag, 12. März 2007, 20:30 Uhr
15. Fliegende Universität
"Ideen für einen "Berliner Frühling" in der DDR - Die sozialen und ökologischen Reformkonzepte von Robert Havemann und Rudolf Bahro"
Referent: Marko Ferst, Politologe, Gosen
Termin: Mittwoch, 21. März 2007, 20:00 Uhr
16. Fliegende Universität
"Auf dem rechten Auge blind - Die braunen Wurzeln des Bundeskriminalamtes"
Referent: Dieter Schenk, Kriminaldirektor a.D., Schenklengsfeld
Termin: Mittwoch, 18. April 2007, 20:00 Uhr
"DER POLITISCHE FILM" - "DAS KANINCHEN BIN ICH", (DDR, 1965, R: Kurt Maetzig, 118 min, s/w, D:Angelika Waller, Alfred Müller, Ilse Voigt, Wolfgang Winkler u.a.)
Termin: Montag, 23. April 2007, 20:30 Uhr
17. Fliegende Universität
"Die Ukraine nach der Revolution"
Referent: Wolfgang Templin, Philosoph und freier Publizist, Berlin
Termin: 9. Mai 2007, 20:00 Uhr
"DER POLITISCHE FILM" - "Angeklagt Henry Kissinger", ein Film von Wilfried Huismann
Termin: Montag, 21. Mai 2007, 20:30 Uhr
Wiederholungstermin
18. Fliegende Universität
"Rosa Luxemburg - ein anderes Demokratiekonzept"
Referent: Jörn Schütrumpf, Historiker, Berlin
Termin: Montag, 13. Juni 2007, 20:00 Uhr
2008
19. Fliegende Universität
"Zwischen humanitären Prinzipien und Gefahrenabwehr - Folter im Rechtsstaat"
Referentin: Tanja Florath
Termin: Montag, 3. März 2008, 20.15 Uhr
ACHTUNG! NEUER VERANSTALTUNGSORT! Wir sind ins Kaffee Burger, Berlin-Mitte,Torstraße 60 (Nähe U-Bahnhof Rosa-Luxemburgplatz) umgezogen.
20. Fliegende Universität
"Zwischen Reform und Revolte. Boliviens gesellschaftlicher Aufbruch als Beispiel der lateinamerikanischen Absage an den Neoliberalismus"
Referent: Dr. Hugo Velarde
Termin: Montag, 7. April 2008, 20.15 Uhr , Kaffee Burger
21. Fliegende Universität
"Tibet, China und die Menschenrechte"
Referentin: Anja Feege, Politologin, amnesty international
Termin: Montag, 5. Mai 2008, 20.15 Uhr , Kaffee Burger
22. Fliegende Universität
"Die Zukunft des Überwachungsstaates"
Referent: Norbert Pütter, Politologe, Redakteur bei der Zeitschrift "Bürgerrechte und Polizei", Privatdozent am Otto Suhr Institut
Kurzinfo: Der neue Kampf gegen den Terrorismus hat dem starken Staat neuen Auftrieb gegeben, der technische Fortschritt ermöglicht die umfassende Überwachung der Bevölkerung und die Politik sichert das ab, was die Sicherheitsapparate sich wünschen. Keine Chance für die Grundrechte?
Termin: Montag, 2. Juni 2008, 20.15 Uhr , Kaffee Burger
23. Fliegende Universität
"Eine sich konstituierende Gegenmacht - die Beispiele Argentiniens und Boliviens am Ende des neoliberalen Kapitalismus !?"
Referent: Dr. Hugo Velarde,Philosoph und Publizist, Berlin
Kurzinfo: Bolivien, Argentinien, Chile, Ecuador, Uruguay, Paraguay oder Venezuela stehen im Zeichen einer sich konstituierenden Gegenmacht zum neoliberalen Kapitalismus. Diese wird allerdings unterschiedlich verstanden und artikuliert. Während Bolivien oder Venezuela einen radikalen Weg einschlagen, setzen Argentinien oder Chile eher auf gemäßigte Reformen.
Trotz dieser Differenzen, steht Lateinamerika im Aufbruch, hat seit Jahren die gegenwärtige Finanzkrise des Neoliberalismus angekündigt, die in den kapitalistischen Metropolen erst jetzt sichtbar wird. Was jetzt globale Dimensionen erreicht, wurde in Argentinien 2001 oder Bolivien 2005 bereits erprobt. Wie damals in diesen Ländern helfen jetzt - nunmehr weltweit - keine verzweifelten Konjunkturprogramme. Was in der Tendenz auf dem Spiel steht, ist die kapitalistische Gesellschaftsordnung selbst - und damit der Aufbau einer neuen Weltordnung nach dem immer deutlicher sich abzeichnenden Zusammenbruch des USA-Imperiums.
Termin: Montag, 03. November 2008, 20.15 Uhr , Kaffee Burger
--> zum Nachlesen
24. Fliegende Universität
"Wie kam es zur Finanzkrise? Verursacher und Profiteure!"
Referent: Dr. Werner Rügemer, Autor und Publizist, Köln
Wer sind eigentlich die Verantwortlichen, welche Finanzpraktiken haben zu dieser Krise geführt,
was versteckt sich hinter Begriffen wie Verbriefung, Derivate, faule Kredite, Finanzaosen, usw.?
Was bedeutet diese Art von Rettung der Banken und der Verantwortlichen für die weitere Zukunft?
Termin: Montag, 01. Dezember 2008, 20.15 Uhr , Kaffee Burger
--> zum Nachhören (mp3, 52:21, 12 MB)
2009
25. Fliegende Universität
"BKA - Polizeihilfe für Folterregime" Vortrag und Lesung
Referent: Dieter Schenk, geb. 1937, von 1981 bis 1989 Kiriminaldirketor beim BKA, verließ das BKA wegen unüberbrückbarer Gegensätze. Schenkmist Gründungsmitglied der Bürgerrechtsorganisation "Buisness Crime Control"(1991) und der "Ko-Gruppe Polizei" bei Amnesty International(1992)
In seinem jüngsten Buch setzt sich Dieter Schenk mit deutschen Sicherheitsinstitutionen auseinander, die weltweit mit Folterregimen zusammenarbeiten.
Das BKA kooperiert mit mindestens 106 Staaten, die Menchen foltern lassen oder misshandeln. Jährlich bekommen diese Staaten Summen in Millionenhöhe als Ausbildungs- und Ausstattungshilfe. Beteiligt sind auch Bundespolizei, Landespolizei, BND, Bundesamt für Verfasungsschutz, Zoll, Bundeswehr, Militrärischer Abschirmdienst und zivile Sicherheitsinstitutionen.
Das BKA hat bei Interpol eine Schlüsselposition inne. Das weltweite Netz seiner Verbindungsbeamten reicht in 48 Länder, nimmt eine Spitzenstellung in Europa ein, und funktioniert wie eine Datenwaschanlage. Die Behauptung, deutsche Polizeihilfe diene der "Demokratisierung", wird von der Statistik widerlegt.
Dieter Schenk deckt diese - in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannten - Zusammenhänge auf.
Termin: Montag, 16. Februar 2009, 20.15 Uhr , Kaffee Burger
26. Fliegende Universität
"Die Tagesshow - oder wie man die Welt in 15 Minuten unbegreiflich macht." Vortrag und Lesung
Referent: Walter van Rossum (Autor, geb. 1954. Studium der Romanistik, Philosophie und Geschichte in Köln und Paris. Seit 1982 Freier Autor für WDR, DLF und ZEIT, FAZ, FREITAG. Von 1982 bis 1989 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Köln (Romanistik). Buchveröffentlichung zuletzt: Simone de Beauvoir & Jean-Paul Sartre. Die Kunst der Nähe". 2004 "Meine Sonntage mit Sabine Christiansen". 2007 "Die Tagesshow". 1988 Ernst-Robert-Cirtius-Preis für Essayistik. Lebt heute in Köln und Marokko.)
Wenn sich das Land um 20 Uhr vor den Fernseher setzt, dann zelebriert die Mediengesellschaft ihre Kommunion. Niemand schaut die Tagesschau, um die Welt zu begreifen. Man kann sagen: Die Sendung verwandelt die Realität in eine Art endlose "Lindenstraße". Die Tagesschau (genau wie andere Nachrichtensendungen) versteht sich jedoch nicht als Fiktion, sondern als informative Dienstleistung. Diesen Mythos nimmt Walter van Rossum nach allen Regeln der Kunst an aktuellen Beispielen auseinander.
Termin: Montag, 06. März 2009, 20.15 Uhr , Kaffee Burger
27. Fliegende Universität
"Leo Kofler - Perspektiven des revolutionären Humanismus. Eine andere Demokratie-Theorie"
Referent: Christoph Jünke (Vorsitzender der Leo-Kofler-Gesellschaft e.V. und Autor einer umfangreichen politischen Biographie Koflers: "Sozialistisches Strandgut. Leo Kofler. Leben und Werk 1907 bis 1995", (Hamburg 2007) Leben und Werk des deutsch-österreichischen Soziologen und Philosophen Leo Kofler (1907 - 1995), der Ende 1950 vor den Stalinisten aus der DDR geflohen ist.)
Kurzbiographie: www.leo-kofler.de
1968 plädiert Kofler für einen revolutionären Humanismus, der an den Idealen von Freiheit, Gleichheit und Solidarität anknüpft und diese sowohl gegen die bürgerliche Realität seiner Zeit wie gegen den Sozialismus stalinistischer Provenienz wendet. Ausführlich kritisiert er das spätbürgerliche Verständnis von Freiheit und untersucht die Widersprüche und Fallstricke des sozialstaatlichen Konsumkapitalismus. Der Zustand scheinbarer Entideologisierung, der individuelle Rationalismus als Begleiterscheinung kollektiver Irrationalität, die Demokratie des Marktes als Verschleierung der Despotie von Fabrik und Büro. Forderungen nach Freiheit und Fortschritt, nach Humanismus und Demokratie, nach wirklicher Individualität und klassenloser Gesellschaft sind, so Kofler, nicht ausreichend zu begründen ohne eine kopernikanische Wendung zum Menschen, ohne eine anthropologische Erkenntnistheorie.
Termin: Montag, 04. Mai 2009, 20.15 Uhr , Kaffee Burger
28. Fliegende Universität
"100 Tage Obama und noch viel mehr. Einige abweichende Ansichten nicht nur aus der US-Linken über die Grenzen einer vergleichsweise erfreulichen Entwicklung"
Referent: Prof. Dr. Rainer Rilling ist Soziologe und Referent des Institutes für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung, er publizierte zuletzt zum Thema "Risse im Empire" (Karl Dietz Verlag Berlin 2008)
siehe auch: www.rainer-rilling.de
1968 plädiert Kofler für einen revolutionären Humanismus, der an den Idealen von Freiheit, Gleichheit und Solidarität anknüpft und diese sowohl gegen die bürgerliche Realität seiner Zeit wie gegen den Sozialismus stalinistischer Provenienz wendet. Ausführlich kritisiert er das spätbürgerliche Verständnis von Freiheit und untersucht die Widersprüche und Fallstricke des sozialstaatlichen Konsumkapitalismus. Der Zustand scheinbarer Entideologisierung, der individuelle Rationalismus als Begleiterscheinung kollektiver Irrationalität, die Demokratie des Marktes als Verschleierung der Despotie von Fabrik und Büro. Forderungen nach Freiheit und Fortschritt, nach Humanismus und Demokratie, nach wirklicher Individualität und klassenloser Gesellschaft sind, so Kofler, nicht ausreichend zu begründen ohne eine kopernikanische Wendung zum Menschen, ohne eine anthropologische Erkenntnistheorie.
Termin: Montag, 08. Juni 2009, 20.15 Uhr , Kaffee Burger
29. Fliegende Universität
"Hat die NATO eine Zukunft?"
Referent: OTTFRIED NASSAUER, BITS - Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit
siehe auch: www.bits.de
Vor zwanzig Jahren kam ihr der Feind abhanden. Bis heute sucht die NATO nach einer Aufgabe. Sie hat sich als Weltpolizist versucht. Doch in Afghanistan droht sie zu scheitern. Jetzt diskutiert sie über eine neue Strategie. Kann das Militärbündnis überhaupt noch erklären, weshalb die Welt es braucht?
Termin: Montag, 19. Oktober 2009, 20.15 Uhr , Kaffee Burger
30. Fliegende Universität
"Vergangenheit, die nicht vergeht - Die deutsche Linke und der lange Schatten des Stalinismus"
Referent: Christoph Jünke, Jahrgang 1964 lebt und arbeitet als Historiker und Publizist in Bochum. Er ist Autor von Sozialistisches Strandgut. Leo Kofler - Leben und Werk 1907 - 1995 (Hamburg, VSA-Verlag 2007)
In Teilen der deutschen Linken ist es wieder oder immer noch "en vogue" zu behaupten,
"Stalinismus" wäre nichts als ein antikommunistischer Kampfbegrif, ganz so, als wäre nicht ein reales geschichtliches Phänomen das Problem, sondern lediglich seine propagandistische Instrumentalisierung durch die Bourgeoisie.
In der Beschönigung und geschichtsphilosophischen Rechtfertigung seiner Taten findet der historische Stalinismus zurzeit eine politisch-theoretische Auferstehung. Das verdeutlicht Ch. Jünke in seinem Buch "Die langen Schatten des Stalinismus. Sozialismus und Demokratie gestern und heute" (Köln 2007).
Am Beispiel neuerer Auseinandersetzungen, vor allem an der jüngsten Debatte um die kurze Demokratiegeschichte von Luciano Canfora zeigt er die Fallstricke eines unaufgeklärten linken Diskurses auf, der die vorherrschende Demokratiemündigkeit großer Teile der Gesellschaft für eine ideologische Offensive philo- und neostalinistischer Postionen nutzt, und so die politische und programmatische Erneuerung der Linken nachhaltig blockiert.
Termin: Montag, 09. November 2009, 20.15 Uhr , Kaffee Burger
31. Fliegende Universität
"Arbeitsunrecht - Anklage und Alternative" (erscheint als Sammelband im Oktober 2009), Lesung und Diskussion
Referent: Werner Rügemer, geb. 1941, Philosoph, Dr. phil., Köln, arbeitet als Publizist und Lehrbeauftragter an der Universität zu Köln
siehe auch: www.werner-ruegemer.de
Zur Finanz- und Wirtschaftskrise hat nicht nur die Deregulierung der Finanzmärkte, sondern auch des Arbeits- und Sozialrechtes beigetragen. Auch wegen der finanziellen, moralischen und rechtlichen Herabwürdigung und Schwächung der Lohnabhängigen und Arbeitslosen konnten di Finanzakteure ihre destruktive Freiheit entfalten. Das Spektrum des Arbeizs-Unrechts ist groß: unbezahlte Überstunden, unbefristete Leiharbeit, Bagatell- und Verdachtskündigung, "gelbe" Gewerkschaften, Verhinderung von Betriebsräten, Bespitzelung, individuelle Zielvereinbarungen neben den Tarifverträgen, Sanktionen und Zwangsarbeit für Arbeitslose ... Eine Gegenbewegung ist in den Anfängen.
Termin: Montag, 14. Dezember 2009, 20.15 Uhr , Kaffee Burger
   

2010

Einladung

32. Fliegende Universität

Veranstalter: NEUES FORUM
Termin: Montag, den 8. März 2010
Beginn 20:15 Uhr
Ort: KaffeeBurger
Torstr. 60, Berlin-Mitte ( U-Bhf "Rosa-Luxemburg-Platz" )
EINTRITT FREI

Referent:
Wolfgang Pomrehn, Geophysiker, freier Journalist Thema:
Nach Kopenhagen - Ist das Klima noch zu retten?

Während nach Angaben der Klimawissenschaftler die Zeit knapp wird, die bleibt, um den Kliamwandel auf ein gerade noch erträgliches Maß zu begrenzen, sind die Verhandlungen über einen neuen Klimaschutzvertrag grandios gescheitert. Wie geht es nun weiter? Ist alles verloren, oder sind die internationalen Verhandlungen nicht ohnehin der falsche Weg? Was kann in Berlin und in Deutschland für den Klimaschutz getan werden und welche Widerstände sind dabei zu überwinden?

"Datenklau Weil ihnen die Argumente ausgehen, müssen Industrielobbyisten und ihre Fangemeinde private Daten klauen, um die große "Verschwörung" der Klimawissenschaftler aufzudecken. Wie armselig. Da gehen der Lobby der Dinosaurier-Industrien die Argumente aus, also lässt sie einen Server der Abteilung Klimaforschung des britischen Hadley Centers (Climate Research Unit) hacken. Und siehe da, aus Hunderten von Emails, die die Klimawissenschaftler mit Kollegen und Journalisten ausgetauscht haben, lassen sich tatsächlich ein paar Zeilen extrahieren, mit denen, aus dem Zusammenhang gerissen, bei dem ein oder anderen gutgläubigen Laien und sicherlich bei den meisten Freunden obskurer Verschwörungstheorien Eindruck gemacht werden kann. Man stelle sich vor: Die Wissenschaftler geben zu, dass sie nicht alles erklären können, und sprechen gar von "statistischen Tricks", die sie anwenden würden. In der angelsächsischen Welt, wo die Industrielobby seit Beginn der 1990er Jahre besonders erfolgreich war, die Debatte über Klimawandel und notwendige Maßnahmen zu stören, erregte der Datenklau erhebliches Rauschen im Blätterwald. Unter anderem berichtet die New York Times ausführlich. Auch sie zitiert vor allem, dass Phil Jones, ein erfahrener Klimastatistiker der CRU, von einem "Trick" spricht, den er angewandt habe, um eine Abkühlung aus einer Temperaturkurve zu entfernen. Allerdings ist derlei gängiger Jargon, auch unter deutschen Wissenschaftlern. Ein Trick ist nichts weiter als eine intelligente Methode, um ein Problem zu lösen. Mit unwissenschaftlichen Methoden hat das nichts zu tun. Das wäre auch kaum möglich, denn die von Phil Jones und Kollegen zusammengestellte Temperaturkurve wird weltweit viel beachtet. Wenn chinesische, indische, US-amerikanische oder deutsche Wissenschaftler mit den gleichen oder ähnlichen Daten zu einem signifikant anderen Ergebnis gekommen wären, so gäbe es darüber längst eine publizierte wissenschaftliche Debatte..." Wolfgang Pomrehn, 22. 11. 2009 siehe auch www.wolfgangpomrehn.de/klima/klima.html

Einladung

33. Fliegende Universität

Presseinformation
NEUES FORUM
     Veranstalter:
NEUES FORUM
  Termin:
Montag, den 19. April 2010
  Beginn:
20:15 Uhr
  Ort:
KaffeeBurger
Torstr. 60, Berlin-Mitte ( U-Bhf "Rosa-Luxemburg-Platz" )
EINTRITT FREI!
    Christoph Jünke (Referent)

Christoph Jünke (Referent)
  "Vergangenheit, die nicht vergeht. Stalinismus gestern und heute"  

Bereits Anfang der 1990er Jahre, nur wenige Jahre nach dem Zusammenbruch des einstmals real existierenden Sozialismus, stellte ein Kritiker fest, dass der Stalinismus fortlebe, mindestens im Beschönigen und Lobpreisen stalinscher Taten und in der Unterdrückung antistalinistischer Kritik. Zwei Jahrzehnte später sprechen andere gar von einer regelrechten Renaissance stalinistischen Gedankengutes. Zu Recht? Welches Licht wirft der Zusammenbruch des Realsozialismus auf die Politik und Geschichte der deutschen Linken? Warum will diese Vergangenheit eigentlich nicht vergehen? Wie kann man die philo- und neostalinistischen Tendenzen verstehen und wie sollten heutige Linke mit ihnen umgehen? In Fortsetzung unserer bisherigen Veranstaltungen stellt sich der Bochumer Historiker und Publizist Christoph Jünke, Autor u.a. von „Der lange Schatten des Stalinismus. Sozialismus und Demokratie gestern und heute“ (Köln 2007), diesen und anderen Fragen.

Christoph Jünke, Jahrgang 1964 lebt und arbeitet als Historiker und Publizist in Bochum. Er ist Autor von Sozialistisches Strandgut. Leo Kofler - Leben und Werk 1907 - 1995 (Hamburg, VSA-Verlag 2007)

Einladung

34. Fliegende Universität

Veranstalter:
NEUES FORUM
Termin:
Montag, den 17. Mai 2010
Beginn:
20:15 Uhr
Ort:
KaffeeBurger
Torstr. 60, Berlin-Mitte ( U-Bhf "Rosa-Luxemburg-Platz" )
EINTRITT FREI!

JÖRN SCHUETRUMPF, Dietz-Verlag, Berlin
(Referent)  

"Die Linke - in der selbstverschuldeten Einsamkeit"

Zu den gutgepflegten Ritualen der Linken überall auf der Welt gehört,  Klage zu führen über die Unwilligkeit der Gesellschaft, der Linken  zuzuhören. In diesem Punkt ist es völlig gleichgültig, wo auf der  Farbskala links der Mitte sich die Klagenden einsortieren; die Rede  geht immer gleich: Schuld seien die Medien, die Bildungsein- richtungen, die herrschenden Eliten. Die Gebetsmühle dreht  sich nicht endendwollend; längst ist sie, von der Linken ignoriert,  zu deren heimlichem Symbol geworden … Wollen wir auch noch über die glorreiche Geschichte des »real  existierenden Sozialismus« reden? 1953 die Arbeiter in  Mitteldeutschland – dort wurde blutig gekämpft. 1956 Poznan, 1956  Budapest, 1970 die polnischen Hafenstädte, 1980 Solidarnosc, 1989  Massenflucht der Arbeiterschaft und friedliche Revolution – immer  waren es Arbeiter, die den Verrat durch die sogenannte Linke nicht  mehr ertrugen. Und schon höre ich das Stimmengewirr: Das? Das waren die anderen, das  waren nicht wir, mit der »wirklichen Linken« hat das alles nichts zu  tun. Solange diese Haltung fortexistiert, kann man nur wünschen, daß die  Linke – von der linken Sozialdemokratie bis zu den Anarchisten – auch  künftig unerhört bleibt. Entweder nehmen wir, egal wo in der Linken  wir stehen, dieschichte der Linken als Ganzes, mit allen  Irrsinnigkeiten und Verbrechen, an, misten den Augiasstall bis auf  den Grund aus und überlegen dann in Demut, ob wir noch das Recht  haben, der Gesellschaft Vorschläge zu machen – und zwar ohne alle  Avantgardeanmaßungen und Oberlehrerhaftigkeit –, oder die Linke  stirbt aus, zu Recht.

2011

Einladung

35. Fliegende Universität

Veranstalter:
NEUES FORUM
Termin:
Montag, den 17. Januar 2011
Beginn:
20:15 Uhr
Ort:
KaffeeBurger
Torstr. 60, Berlin-Mitte ( U-Bhf "Rosa-Luxemburg-Platz" )
EINTRITT FREI!

Dorit Lehrack, Referentin
(geb. 1951, Physikerin, ab 1990 in Osteuropa und -Berlin
Greenpeace aufgebaut, einige Jahre Geschäftsführerin des BUND, zwischen
1999 und 2005 baute sie in China die "Central Agency for NGOs" auf)
 

"Thema: Vietnam - zwischen Diktatur und Kapitalismus"

Einladung

36. Fliegende Universität

Veranstalter:
NEUES FORUM
Termin:
Montag, den 28. Februar 2011
Beginn:
20:15 Uhr
Ort:
KaffeeBurger
Torstr. 60, Berlin-Mitte ( U-Bhf "Rosa-Luxemburg-Platz" )
EINTRITT FREI!

JÖRN SCHUETRUMPF, Historiker, Leiter Dietz Berlin
 

"Tema: Rosa Luxemburg und der Kommunismus"

Der Sozialismus des 20. Jahrhunderts gründete sich auf Staatseigentum sowie auf der Abschaffung der politischen Freiheiten, auf Unterdrückung sowie auf strukturellem und – dort wo möglich – auf offenem Terror. Für all das Rosa Luxemburg wird von ihren Kritikern als auch von ihren – vermeintlichen – Anhängern bis heute gern in Haftung genommen. Allein – diese Frau hatte etwas ganz anderes gewollt: nicht die Abschaffung, sondern den Ausbau der politischen Freiheiten, die sie um die soziale Freiheit ergänzt wissen wollte. Das war für sie nur unter Umständen denkbar, in denen für jeden Beteiligten die vollständige Freiheit gewährleistet ist. Sie nannte es die Freiheit des Andersdenkenden.